Schlupfwinkel - Fantasien über eine fremde Heimat

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Hallo liebe Freunde,

ISBN: 9783518475171
 

wir haben ein Zuhause. Es gibt aber menschen, die sich ihr Zuhause bei uns erst suchen und finden müssen. Darüber berichtet @Friedrich Ani in seinem neuen Buch: Schlupfwinkel - Fantasien über eine fremde Heimat. Fritz wurde in Kochel am See geboren. Heute lebt und arbeitet er in München. Er ist der geistige Vater des Ermittlers - Tabor Süden -. Zahlreiche Kriminalromane mit ihn hat Fritz Ani geschrieben. Seinen Weg zeichen viele Auszeichnungen aus, darunter auch der Crimepreis. Ich kenne ihn aus vielen Interviews und er ist einfach ein tolle Kerl. Na, dann mal los........
 

Friedrich Ani

Inhalt:  

Ein kleines Dorf in Bayern, Ende der 1950er Jahre: Ein Kind kommt zur Welt aus einer Verbindung, die hier niemand für möglich gehalten hätte. Die Mutter ist Schlesierin und gehört zu den »Heimatvertriebenen«, die sich ein Jahrzehnt zuvor im Ort niedergelassen haben. Der Vater ist ein Medizinstudent aus Syrien, der ins Dorf kommt, um am Goethe-Institut Deutsch zu lernen. Zum Zeitpunkt des Kennenlernens hatten sie keine gemeinsame Sprache, und ihr gegenseitiges Sprechen blieb ein Leben lang brüchig. So wächst das Kind in einer Atmosphäre des Schweigens auf, sucht nach einem Schlupfwinkel für die eigene Existenz und findet ihn in der Literatur.
Schlupfwinkel beschreibt den Werdegang eines Autors, der zwar zu einer eigenen Sprache findet und damit Erfolge feiert, doch im Leben ein Verlorener bleibt. Es ist gleichzeitig ein Versuch, die Geschichte der Eltern aus der Distanz heraus zu verstehen und den Momenten nachzuspüren, wo sie vielleicht eine Chance gehabt hätten, eine ausgeglichene Familie zu werden. Und schließlich ist es eine Geschichte von Flucht und möglichem Ankommen, die sich in den »Wirtschaftswunderjahren« abgespielt hat, aber bis heute nachhallt.
Quelle: Klappentext

 

 

Meine Meinung:

Friedrich Ani nimmt uns mit zurück zu seinen Wurzeln nach Kochel am See. Dort wird ein Kind geboren, dessen Start ins Leben von Gegensätzen geprägt ist, die kaum größer sein könnten: Die Mutter ist eine Schlesierin, eine „Heimatvertriebene“, die im bayerischen Dorf Zuflucht fand. Der Vater, ein Medizinstudent aus Syrien, kam dorthin, um am Goethe-Institut Deutsch zu lernen. Das Faszinierende und zugleich Herzzerreißende: Als die beiden sich kennenlernten, besaßen sie keine gemeinsame Sprache. Zeit ihres Lebens blieb ihre Kommunikation gespalten, ein Mosaik aus Brocken und Gesten. Inmitten dieser Sprachlosigkeit wuchs das Kind auf – ein stiller Beobachter zwischen der schlesischen Wehmut, der syrischen Fremde und der bayerischen Dorfarealität. Wie schwer muss es für diesen Jungen gewesen sein, seinen Platz zu finden? Da es im Außen keine einheitliche Sprache gab, suchte er sie im Inneren. Er baute sich „Schlupfwinkel“ und fand schließlich den Weg zur Literatur. Das Buch legt offen, wie dieses Kind sich seinen Weg ganz alleine suchen musste – und wie bravourös ihm das gelang. Friedrich Ani, den viele als eine fast mystische Erscheinung wahrnehmen, zeigt sich hier von einer ganz anderen Seite. Er öffnet die Tür zu seiner Seele und lässt uns an der Fluchtgeschichte seiner Familie und dem harten Prozess des „Ankommens“ teilhaben. In einem kleinen bayerischen Dorf Anschluss zu finden, während man die Last zweier unterschiedlicher Vergangenheiten trägt, erfordert enormen Mut. Die Schreibweise von Friedrich Ani ist, wie man es von ihm kennt, auf einem enorm hohen Niveau, doch in diesem Werk wirkt sie noch intensiver. Trotz der schmerzhaften Themen bewahrt er eine menschliche Wärme. Es ist ein Buch, bei dem einem unweigerlich ein Tränchen die Wange herunterläuft, weil die Sehnsucht der kleinen Familie nach Geborgenheit so greifbar ist. Das einfach gehaltene Cover passt hervorragend dazu – es drängt sich nicht auf, genau wie der Autor selbst, der trotz seines riesigen Erfolgs als „Fritz Ani“ ein freundlicher Zeitgenosse mit viel Humor geblieben ist. Wer verstehen will, was „Heimat“ wirklich bedeutet und wie die Literatur Leben retten kann, muss dieses Buch lesen. Ein Meisterwerk, das lange nachklingt! Vielen Dank. lieber Fritz.

 

 

Liebe Grüße
Jasper und Petra 

 
 

 

 

Dies ist unbezahlte Werbung. Es handelt sich um ein Rezensionsexemplar.

Dafür bedanke ich mich herzlich.


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